RATGEBER PFANNENKAUF
Worauf es bei der Pfannenwahl wirklich ankommt
Fünf Kriterien entscheiden, ob Du in zwei Jahren noch zufrieden bist. Keins davon steht auf der Verpackung.
Wir haben diesen Ratgeber gebaut, weil wir mit Monna selbst eine Pfanne verkaufen – und dabei gemerkt haben, wie schwer die relevanten Angaben zu bekommen sind.
BELIEBTE WAHL
DIE FÜNF FEHLER
Was die meisten beim Pfannenkauf falsch machen
Die Größe muss zum Haushalt passen 28 cm
Der erste Fehler entsteht bei der Auswahl der Größe. Eine zu kleine Pfanne bedeutet, dass Fleisch aneinander liegt und dünstet statt zu bräunen. Eine zu große ragt auf Induktion über die Kochzone hinaus und wird am Rand nicht heiß.
Weiter zur Pfannengröße →Es zählt, wie viel Beschichtung überhaupt da ist 35–40 µm
Der zweite Fehler ist, die Schichtdicke zu ignorieren. Einfache Antihaftpfannen liegen bei 20 bis 25 µm Gesamtschichtdicke – das ist die Marktuntergrenze. Bei Keramik liegt das obere Ende bei rund 35 bis 40 µm. Die Angabe steht selten auf der Packung – frag beim Hersteller nach. Bekommst Du keine Zahl, ist das auch eine Antwort.
Weiter zur Schichtdicke →Gleichmäßige Hitze entsteht im Boden
Der dritte Fehler ist, die Hitzeverteilung der Beschichtung zuzuschreiben. Wenn ein Spiegelei in der Mitte anbrennt und am Rand blass bleibt, liegt das nicht an der Beschichtung. Entscheidend ist ein mehrschichtiger Boden und ein Bodendurchmesser, der zur Kochzone passt.
Weiter zum Bodenaufbau →Kratzfestigkeit entscheidet über die Lebensdauer
Der vierte Fehler ist, Kratzfestigkeit zu unterschätzen. Jede Beschichtung verschleißt. Wie schnell, hängt von der Härte der Oberfläche ab – und davon, was Du hineinlegst. Metallwender und Spülmaschine verkürzen die Lebensdauer jeder beschichteten Pfanne, unabhängig vom Preis.
Weiter zur Checkliste →Lässt sich das Versprechen belegen?
Der fünfte Fehler ist, Werbeversprechen ungeprüft zu glauben. „PFAS-frei" steht inzwischen auf fast jeder Keramikpfanne. Die Frage ist, ob der Hersteller sagen kann, woraus die Beschichtung besteht und was geprüft wurde. „Keramikbeschichtung" ist keine geschützte Bezeichnung – es gibt Beschichtungen, die als Keramik verkauft werden und trotzdem PTFE enthalten.
Weiter zur PFAS-Aufklärung →CHECKLISTE
Fünf Fragen, bevor Du bezahlst
Die fünf Kriterien oben erklären, warum Material und Größe zählen. Diese Checkliste ist praktischer gedacht: Fragen, die Du direkt im Laden oder beim Online-Checkout prüfen kannst.
Induktionstauglichkeit
Vollflächiger Boden, dessen Durchmesser zur größten Kochzone passt – bei den meisten Herden 18–21 cm.
PFAS-Zertifizierung
Ein unabhängiger Prüfbericht, der mehrere Substanzklassen abdeckt – nicht nur PFOA, das ohnehin seit 2020 verboten ist. Mehr dazu in der PFAS-Aufklärung.
Garantiebedingungen
Deckt die Garantie Beschichtungsverschleiß ab, oder nur klassische Materialfehler? Eine längere Rückgabefrist erlaubt echtes Probekochen zuhause.
Gewicht
Unter 1 kg lässt sich mit einer Hand schwenken. Über 1,3 kg wird das bei täglichem Gebrauch spürbar unbequemer.
Grifftemperatur
Phenolharz oder Coldgrip-System bleibt bei mittlerer Herdhitze angenehm kühl. Einfache Metallgriffe werden schnell zur Topflappen-Pflicht.
PFAS-AUFKLÄRUNG
Beim Thema PFAS lohnt sich ein zweiter Blick
Bei Pfannen kursieren viele Abkürzungen – PFAS, PTFE, PFOA. Das klingt kompliziert, lässt sich aber einfach auseinanderhalten:
Der Oberbegriff: eine Familie von über 10.000 künstlich hergestellten Chemikalien mit einer extrem stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindung.
Ein einzelnes Mitglied der PFAS-Familie – bekannt als Teflon. Macht die meisten Antihaftbeschichtungen antihaftend.
Ein weiteres Mitglied – half früher bei der PTFE-Herstellung. In der EU seit 2020 verboten.
Ein Produkt kann also technisch korrekt „PFOA-frei" sein und trotzdem PTFE oder andere PFAS enthalten. Genau das macht diese eine Werbeaussage auf der Verpackung wenig aussagekräftig.
EINE STICHPROBE, KEINE MARKTSTUDIE
4 von 6 getesteten Pfannen fielen im Labor auf
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat 2024 sechs Antihaftpfannen testen lassen – keine repräsentative Studie, sondern eine gezielte Stichprobe auffälliger Angebote. Bei vier Pfannen waren die Werte auffällig hoch, zwei Proben waren technisch nicht auswertbar. Drei der sechs Verpackungen warben mit „PFOA-frei" – stimmt zwar meist, weil PFOA in der EU seit 2020 kaum noch erlaubt ist, sagt aber nichts über die tausenden anderen PFAS-Verbindungen aus.
Zum Befund der Verbraucherzentrale Hamburg →Worauf Du beim Kauf achten solltest, wenn Dir PFAS-frei wichtig ist
Nicht der Name zählt, sondern die Beschichtung
„Keramik" ist keine geschützte Bezeichnung – jeder Hersteller darf sie verwenden. Frag beim Kauf gezielt nach: Ist die Beschichtung frei von PTFE, auch in Grund- oder Zwischenschichten?
Verlang den Prüfbericht
Aussagekräftig ist nur ein unabhängiger Bericht, der PFOA, PFOS, PFHxS & Co. einzeln abdeckt – nicht ein pauschales Label.
Welche Pfanne passt zu Deinem Kochstil?
Finde in unter einer Minute das passende Material für Deine Küche – drei kurze Fragen, keine Lead-Sammlung, keine E-Mail-Pflicht.
Frage 1 von 3
Was landet bei Dir am häufigsten in der Pfanne?
Frage 2 von 3
Wie gehst Du nach dem Essen mit dem Abwasch um?
Frage 3 von 3
Welcher Typ bist Du beim Kochen?
Hinweis: Dieser Schnelltest gibt Dir eine erste redaktionelle Tendenz zum passenden Material – unabhängig davon, welches Produkt Du am Ende kaufst. Wo Monna zum Ergebnis passt, zeigen wir es transparent als Beispiel; bei Edelstahl und Gusseisen verlinken wir auf unabhängige Tests.
NÄCHSTER SCHRITT
Wo Du anfangen solltest
Materialvergleich
Gusseisen, Edelstahl, Kupfer, Emaille, Antihaft und Keramik im Vergleich.
Zum Vergleich →
Keramik-Kaufkriterien
Die fünf Fragen, die Du dem Hersteller stellen solltest.
Zu den Kriterien →
Die richtige Größe
28 cm ist für die meisten Haushalte die richtige Antwort.
Zur Pfannengröße →